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Pressemitteilung

Bedrohte Ökosysteme – die Seen im Fünfseenland unter Druck

Vortrag von Tobias Ruff im Tutzinger Keller

Der bis auf den letzten Platz gefüllte Vortragssaal

Der bis auf den letzten Platz gefüllte Vortragssaal

Auf großes Interesse stieß der Vortrag „Bedrohte Ökosysteme – unsere Seen im Fünfseenland“ von Tobias Ruff am 13. Februar in Tutzing: Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Ruff ist Gewässerökologe, Diplom-Forstingenieur (FH) und Co-Landesvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei in Bayern.

Wasser ist das wichtigste Lebensmittel

Wasser sei unsere wichtigste Ressource und Grundlage allen Lebens, betonte Ruff. Über Jahrzehnte sei die Landschaft jedoch darauf ausgerichtet worden, Wasser möglichst rasch abzuleiten: Moore wurden entwässert, Flüsse begradigt, Flächen drainiert oder versiegelt. Dadurch gingen natürliche Wasserspeicher verloren – mit spürbaren Folgen in Zeiten zunehmender Dürre, Starkregenereignissen und steigender Temperaturen.

Besonders deutlich werde die Wirkung der Klimaerhitzung in den Seen selbst. Durch höhere Wassertemperaturen stabilisieren sich die Temperaturschichten, die natürliche Durchmischung im Frühjahr und Herbst wird seltener und schwächer. In der Folge gelangt weniger Sauerstoff in tiefere Wasserschichten, was Fische und andere Organismen unter Druck setzt.

Hinzu kommen Nährstoffeinträge aus dem Einzugsgebiet. Vor allem Stickstoff gelangt in erheblichen Mengen in die Gewässer. Nach Darstellung Ruffs entspricht die Menge an Stickstoff, mit der ein See belastet wird, in ihrer Größenordnung jener Düngermenge, die auch auf landwirtschaftlichen Ackerflächen ausgebracht wird. Solche Nährstoffverschiebungen verändern Algenwachstum, Nahrungsnetze und letztlich das gesamte ökologische Gleichgewicht.

Weitere Belastungen entstehen durch Mikroplastik – auch im Starnberger See nachgewiesen –, den Rückgang von Schilfbeständen sowie invasive Arten, die heimische Lebensgemeinschaften verändern.

Ruffs Fazit:

Der Zustand der Seen im Fünfseenland ist ein Spiegel unseres Umgangs mit Natur, Klima und Landschaft. Wer die Gewässer langfristig schützen wolle, müsse natürliche Wasserspeicher erhalten und wiederherstellen, Nährstoffeinträge deutlich reduzieren und dem Klimaschutz konsequent Vorrang einräumen.

 

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